25. Juni 2021

Das müssen Sie über Typenschilder wissen!

Haltbar und hochwertig - der Ausweis eines Gerätes

Individuelle industrielle Typenschilder aus Metall für die dauerhafte Maschinenkennzeichnung.

Ein Typenschild ist wie der Ausweis eines Gerätes. Sicherheitshinweise sind hier ebenso verzeichnet wie Baujahr, CE-Konformität und Herstellungsfirma. Keine Maschine, kein Gerät kann deswegen ohne ein identifizierendes Typenschild auskommen. Jedoch ist dieses im Alltag harten Bedingungen ausgesetzt. Ob chemische, thermische oder mechanische Herausforderungen: Material und Beschriftung dürfen auch unter herausfordensten Umständen nicht an Qualität einbüßen. Warum?

Leistungsschilder dienen der Kennzeichnung. Ihre klassifizierenden Daten sollten schnell und präzise erfassbar sein. Der gut lesbare Aufdruck ist bei Maschinenschildern folglich wichtig. Auch nach starker Verschmutzung und Abrieb müssen sämtliche Daten gut lesbar bleiben. Zur Verarbeitung eignen sich bestimmte Materialien. Dazu zählen: Edelstahl, Industriekunststoff, eloxiertes Aluminium und Schichtmaterial.

Typenschilder anfertigen lassen

Je nach Einsatz, Maschine oder Gerät ergeben sich unterschiedliche Kennzeichnungen. Wenn Sie Typenschilder anfertigen lassen, müssen jedoch bestimmte Daten zwingend aufgebracht werden. So ist das Baujahr notwendiger Bestandteil des Typenschilds. Ferner dürfen nicht fehlen:

Typenschilder können darüber hinaus weitere Zusatzinformationen enthalten. Beispielsweise Sicherheitshinweise in Form von Symbolen, Nenndrehzahl, Leistung, Schutzklasse oder Spannung und Frequenz.
So gelten für die Medizinbranche seit 2014 verschärfte Richtlinien. Die Food and Drug Association, FDA, verpflichtet durch die UDI-Richtlinie, Unique Device Identification, zur einwandfreien Kennzeichnung und ordnungsgemäßen Markierung bei Schläuchen, Kathedern, Kanülen und Operationsinstrumenten.
Die dauerhafte Markierung spielt dabei ebenso eine Rolle wie eine gute Lesbarkeit dank wahrnehmbarer Kontraste. Auch die Möglichkeit zur Rückverfolgung ist unabdingbar. Dies gilt vor allem dann, wenn hochalkalische oder sterilisierende Maßnahmen zur Reinigung angewendet wurden, damit weder Keime noch Bakterien wachsen können. Mit der möglichen Rückverfolgung möchte der Gesetzgeber den Patientenschutz gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, Leistungsschilder sollten:

Verfahren zum Beschriften

Lasergravur

Sowohl bei der Typenschilder Einzelanfertigung als auch bei Serienanfertigungen hat sich die Lasergravur aus verschiedenen Gründen bewährt. Gerade im medizinischen Bereich wird beim Prozess des Markierens mittels Laser das Material nicht berührt. Bei diesem Prozess kann die Produktoberfläche nicht angegriffen werden. Markierungen mit Laser sind einwandfrei lesbar, sie sind präzise und bleiben dauerhaft in makelloser Qualität.
Die korrekte Platzierung ist bei dieser Fertigung ebenso gewährleistet wie eine genaue und präzise Wiederholung der Kennzeichnungen, wenn es sich um Serienherstellung handelt. Beispielsweise werden Herzschrittmacher, Implantate und Defibrillatoren mit 2D-Codes gekennzeichnet. Diese dienen zur Überprüfung. So wird verhindert, dass nach einer OP ein Instrument im Körper des Patienten verbleibt. Lasermarkierungen sind fälschungssicher. Ebenso ist die lebenslange Rückverfolgung mit lasermarkierten Daten dank ihrer Haltbarkeit über das gesamte Produktleben hin garantiert.

UV-LED Direktdruck

Ein UV-Direktdruck lässt sich mit einem Digitaldruck vergleichen: Das Computerbild wird direkt zur Druckmaschine übertragen. Die hochauflösenden und beständigen Drucke eignen sich für Typenschilder aus Metall, weil sie kontrastreiche und brillante Beschriftungen in modernster Technik ermöglichen. Durch die Vorbehandlung bei diesem Verfahren ist auch bei schwierigen Oberflächen eine bestmögliche Haftung garantiert. Dank UV-härtender Tinte hält der LED-Direktdruck selbst starken Herausforderungen durch Witterung oder chemische Prozesse stand.
Mit dieser Druckform können ebenso mehrfarbige Typenschilder in optimaler Qualität hergestellt werden. Hohe Beständigkeit von Barcode, Produktkennzeichnung und Symbolen sind genauso gegeben wie eine exzellente Druckqualität. Dies gilt auch für sensible Bereiche wie Medizinprodukte.

Verpflichtende Kennzeichnung

Was besagt die verpflichtende Kennzeichnung gemäß gültiger Rechtsgrundlage der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG? Wenn es um Layout und Inhalt für Maschinen, Instrumente und Geräte geht, dürfen laut Gesetzgeber seit Dezember 2009 die oben genannten Informationen (Firmenname, Maschinenbezeichnung, CE-Code, Baujahr und Seriennummer) nicht fehlen.
Der Firmenname muss beispielsweise mit vollständiger Anschrift vorhanden sein. Gegebenenfalls kann auch ein Bevollmächtigter genannt werden. Neben diesen verpflichtenden Angaben, können noch weitere Informationen auf Leistungsschildern übermittelt werden.
Dazu zählen Zulassungsrichtlinien, Hinweise, welche Prüfungen durchgeführt wurden oder bestimmte Leistungs- und Produktionsdaten.
Alle Maschinen sowie auswechselbare Ausrüstungen und Sicherheitsbauteile unterlagen schon zuvor der Maschinenrichtlinie 98/37/EG. In die neue Richtlinie wurden jedoch noch zusätzlich Gurte, Gelenkwellen, Seile, Ketten, unvollständige Maschinen oder Teilmaschinen sowie für Forschungszwecke konstruierte Labormaschinen aufgenommen.

In Abgrenzung zur Niederspannungs-Richtlinie müssen ferner alle elektronischen und elektrischen Maschinen ebenso der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen. Dies gilt nur dann nicht, wenn sie explizit davon ausgenommen sind.

Anbringung

Ob Typenschilder Einzelanfertigung oder Serienproduktion: Beschriftung und Anbringung von Schildern geschehen am Ende der Produktion. Dann sind notwendige Testläufe zur Prüfung abgeschlossen. Die mit allen Daten versehenen Schilder werden in der Regel dann mit Aluminium-Kerbnägeln angenietet. Hier unterscheidet man Senkkopfkerbnagel nach ISO 8747 (früher DIN 1477) und Halbrundkerbnagel nach ISO 8746 (früher DIN 1476): Beide Varianten machen das Einpassen von Zylinderstiften überflüssig.

Die Kennzeichnungsschilder können bei manchen Geräten unten (Beamer, Bügeleisen, Drucker), auf der Rückseite (Fernseher, Mikrowelle, Drucker, Monitor, Wäschetrockner) oder in der Türe (Waschmaschine, Backofen, Herd) angebracht sein. Die Herausforderung ist: Durch Laser oder Computerdruck aufgebrachte Markierungen müssen abriebfest, dauerhaft und gut lesbar bleiben.

Grundsätzlich sollten neueste gesetzliche Bestimmungen beachtet werden.

So tritt am 26. Mai 2021 die Medizinprodukte-Verordnung mit dem Konformitätsverfahren in Kraft. Damit soll sichergestellt werden, dass der Hersteller an sein Medizinprodukt eine CE-Kennzeichnung erst dann anbringen darf, wenn diverse Verfahren durchlaufen worden sind. Ferner gelten dann auch höhere Anforderungen an klinische und technische Daten.

Die Fristen für die UDI werden verkürzt, Medizinprodukte sollten leichter zurückverfolgt und identifiziert werden können. Alle diese Daten werden bei Eudamed, der europäischen Zentral-Datenbank für Medizinprodukte, hinterlegt. Bis 2025 wird dann sukzessive eine spezifischere Klassifizierung vorgenommen werden:
Unique device Identification gelten für künstliche Gelenke und Herzklappen ab Mai 2021, Kontaktlinsen, die zur Gruppe II zählen, gelten ab 2023 und bis 2025 müssen auch Gehilfen und Verbandmittel aus der Klasse I mit den erforderlichen UDIs gekennzeichnet werden.

Fazit: Die deutliche, dauerhafte und erkennbare Kennzeichnung bei Typenschildern aus Metall ist für Hersteller unabdingbar.

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Benjamin Völlinger ist geschäftsführender Gesellschafter der marqon GmbH – ein Unternehmen spezialisiert auf Lohnbeschriftung und Kennzeichnung technischer Teile. Seit mehr als 14 Jahren ist er in der industriellen Beschriftung technischer Teile tätig und der Experte für individuelle Kennzeichnungslösungen.

FAQ

Häufige Fragen zu Typenschildern

Welche Informationen müssen auf einem Typenschild stehen?

Ein Typenschild enthält in der Regel technische Daten wie Seriennummer, Modellbezeichnung, Herstellerangaben und Leistungswerte. Je nach Norm oder Branche können zusätzliche Pflichtangaben hinzukommen.

Typenschilder werden häufig aus Aluminium, Edelstahl, Messing oder hochwertigen Kunststoffen gefertigt. Die Materialwahl hängt davon ab, wie robust, temperaturbeständig oder chemikalienresistent das Schild sein muss.

Je nach Einsatzgebiet werden Lasergravur, Untereloxaldruck, UV-Direktdruck oder Siebdruck eingesetzt. Damit lassen sich sowohl extrem langlebige Markierungen als auch farbige, detailreiche Beschriftungen realisieren.

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Benjamin Völlinger

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